Ein Zürcher Mediziner erklärt, wie eng unser Verdauungstrakt mit der Psyche verknüpft ist. Warum Fructose Ängste begünstigt – und welche Fette bei Depressionen helfen. Obwohl der Darm und das Gehirn nicht nah beieinanderliegen, können die beiden Organe über das Nervensystem miteinander kommunizieren. Diese sogenannte Darm-Hirn-Achse funktioniert in beide Richtungen.
Der SPIEGEL sprach mit Professor Martin Keck über ein wichtiges Thema: Stress und Essen
Mit diesen Tricks entspannen Sie Ihr Verhältnis zum Essen
In stressigen Phasen stopfen sich manche mit Süßem und Fettigem voll, andere kriegen keinen Bissen runter: Ernährung und Emotionen hängen eng zusammen. Viele Menschen regulieren durch Essen unbewusst ihr Stressempfinden. Evolutionsbiologisch sei das ein eher neues Phänomen, sagt Mediziner Martin Keck. Aber wir können unser Essverhalten neu programmieren.
Who wants to live forever? Gespräch mit den Lübecker Nachrichten zum Social-Media-Trend „Longevity“- Der Traum von mehr Lebenszeit
Wer danach lebt, will so alt wie möglich werden und dabei so gesund wie möglich bleiben. In den sozialen Medien zeigen Influencer, mit welchen Rezepten und Workouts sie 100 Jahre alt werden wollen.
In der Medizin ist der Begriff nicht neu, erklärt der Schweizer Professor Martin Keck. Der Longevity-Experte ist Neurowissenschaftler und leitet eine Arbeitsgruppe an der Universität zu Lübeck.
Aber nicht alles, wo „Longevity“ draufsteht, sei sinnvoll, sagt Keck: „Mittlerweile ist das ein Riesengeschäft.“
Neue Studie belegt erstmals Wirksamkeit der Schematherapie bei Depressionen
Von Depressionen sind 5-10% der Bevölkerung betroffen. Sowohl zur Akutbehandlung als auch zur Rückfallvorbeugung depressiver Erkrankungen gilt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) aus psychotherapeutischer Sicht als Goldstandard. Jedoch erleidet ungefähr die Hälfte der Patientinnen und Patienten trotz akutem Ansprechen innerhalb von zwei Jahren einen Rückfall und erkrankt erneut. Schematherapie, ein neues, integratives psychotherapeutisches Verfahren der so genannten „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie, nimmt daher Risikofaktoren, die für ein negatives therapeutisches Ergebnis verantwortlich sind, ausdrücklich in den Fokus der Behandlung. Die Schematherapie wurde ursprünglich zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Unklar war daher bislang, ob sie auch bei depressiven Erkrankungen wirkt.
Die von Professor Martin Keck im Jahr 2015 entwickelte und bis 2019 geleitete Studie weist jetzt erstmals nach, dass in der psychotherapeutischen Behandlung der Depression das Therapieverfahren Schematherapie dem Goldstandard Kognitive Verhaltenstherapie ebenbürtig ist und eröffnet so neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Studie wurde jetzt in der renommierten internationalen Zeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlicht.
Neue Publikation zum relevanten Thema des Wiedereinstiegs in das Berufsleben nach psychischer Erkrankung
Supporting return to work after psychiatric hospitalization – a cluster randomized study (RETURN-Study)
European Journal of Psychiatry, published online by Cambridge University Press: 09.01.2023
Neu: Wiederwahl in das Kuratorium des Deutschen Museums
Ich freue mich sehr, dass ich für weitere vier Jahre erneut in das Kuratorium des Deutschen Museums, einem der weltweit bedeutendsten Museen, gewählt wurde. Im Jahr 1903 von Oskar von Miller gegründet, ist es eines der traditionsreichsten und mit 66.000 m² Ausstellungsfläche größten Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt. In den letzten Jahren wurden erhebliche Summen in die Generalsanierung investiert. Am 8. Juli öffnen die Ausstellungen im ersten generalsanierten Teil des Gebäudes auf der Museumsinsel für alle Besucherinnen und Besucher. Von Atomphysik, Biologie, Medizin bis Robotik kann man dort auf ca. 20.000 Quadratmetern das modernste Deutsche Museum aller Zeiten sehen und erleben. Das deutsche Museum betreibt neben dem Stammhaus auf der Museumsinsel in München vier Aussenstellen in Bonn, München (Verkehrszentrum), Nürnberg und Oberschleissheim (Flugwerft). In dem Museum, das jährlich von etwa 1,5 Millionen Menschen besucht wird, werden rund 28.000 Objekte aus etwa 50 Bereichen der Naturwissenschaften und der Technik ausgestellt.
„Wir machen Naturwissenschaft und Technik erlebbar und zeigen ihre kulturelle Bedeutung anhand von einzigartigen Meisterwerken.
Wir begeistern Menschen dafür, die Zukunft mitzugestalten.“
aus dem Leitbild des Deutschen Museums
Long-Covid-19: was tun, wenn die Erkrankung nicht aufhört?
In Wirtschaftspsychologie – aktuell erläutert Prof. Martin Keck die Hintergründe.
Long-Covid: Internationale Untersuchungen zeigen hohen Behandlungsbedarf
Wissenschaftler der Universität Zürich konnten Anfang Februar zeigen, dass Covid-19-Patienten, welche im Krankenhaus behandelt werden mussten, nach 6 Monaten in nahezu 40 Prozent der Fälle noch Symptome aufwiesen.
Betroffene mit leichten oder mittelschweren Erkrankungsverläufen zeigten in 23 Prozent der Fälle nach einem halben Jahr noch immer Symptome. In der Schweizer Studie wurden lähmende Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) als eine der häufigsten Beschwerden genannt. Frauen scheinen von Long-Covid häufiger betroffen zu sein als Männer.
In der renommierten Fachzeitschrift «The Lancet» berichteten bereits Anfang Januar chinesische Ärzte von der derzeit größten Untersuchung zu den Langzeitfolgen einer überstandenen Erkrankung mit Covid-19.
Sechs Monate nach Ausbruch der Erkrankung litten
- 63 Prozent der Betroffenen an Müdigkeit und Muskelschwäche,
- 26 Prozent an Schlafstörungen und
- 23 Prozent an einer Depression.
Weitere, mittlerweile häufig beobachtete Symptome können Nervenschmerzen sowie ausgeprägte Störungen von Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis, so genannte kognitive Störungen, sein.
Eine Untersuchung aus Irland weist darauf hin, dass die Schwere der Erkrankung keine wesentliche Rolle zu spielen scheint. In dieser Studie war bei 67 Prozent der Erkrankten ebenfalls eine anhaltende Müdigkeit mit Erschöpfung (Fatigue) die häufigste Langzeitfolge.
Langzeitfolgen können im Einzelfall also schwerwiegender sein, als die Covid-19-Erkrankung selber: Nicht nur schwere Verläufe einer Covid-19-Erkrankung (z.B. mit künstlicher Beatmung oder Lungenversagen) können Folgeschäden nach sich ziehen – auch leichter verlaufende Erkrankungen sind häufig mit langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden.
Auslöser der Folgeerkrankungen Fatigue, Depression und Störungen von Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit sind sehr wahrscheinlich durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelöste Entzündungsreaktionen des Körpers. Diese klingen nicht ab obwohl das Virus selbst längst besiegt ist – ein Phänomen, das bei zahlreichen Viruserkrankungen als so genanntes postvirales Erschöpfungssyndrom bekannt ist.
Literatur
C. Huang et al.: 6-month consequences of COVID-19 in patients discharged from hospital: a cohort study. Lancet 2021 (published online January 8th).
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32656-8/fulltext
Zürcher Coronavirus Kohortenstudie: https://www.corona-immunitas.ch/programm/studien/e7-zurcher-coronavirus-kohortenstudie/
Langzeitfolgen von Covid-19: rechtzeitige Behandlung nicht versäumen
In der renommierten Fachzeitschrift «The Lancet» berichten aktuell chinesische Ärzte von der derzeit größten Untersuchung zu den Langzeitfolgen einer überstandenen Erkrankung mit Covid-19.
Sechs Monate nach Ausbruch der Erkrankung litten
- 63 Prozent der Betroffenen an Müdigkeit und Muskelschwäche,
- 26 Prozent an Schlafstörungen und
- 23 Prozent an einer Depression.
Weitere, mittlerweile häufig beobachtete Symptome können Nervenschmerzen sowie ausgeprägte Störungen von Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis, so genannte kognitive Störungen, sein.
Eine Untersuchung aus Irland weist darauf hin, dass die Schwere der Erkrankung keine wesentliche Rolle zu spielen scheint. In dieser Studie war bei 67 Prozent der Erkrankten ebenfalls eine anhaltende Müdigkeit mit Erschöpfung (Fatigue) die häufigste Langzeitfolge.
Langzeitfolgen können im Einzelfall also schwerwiegender sein, als die Covid-19-Erkrankung selber: Nicht nur schwere Verläufe einer Covid-19-Erkrankung (z.B. mit künstlicher Beatmung oder Lungenversagen) können Folgeschäden nach sich ziehen – auch leichter verlaufende Erkrankungen sind häufig mit langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden.
Auslöser der Folgeerkrankungen Fatigue, Depression und Störungen von Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit sind sehr wahrscheinlich durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelöste Entzündungsreaktionen des Körpers. Diese klingen nicht ab obwohl das Virus selbst längst besiegt ist – ein Phänomen, das bei zahlreichen Viruserkrankungen bekannt ist.
Literatur
C. Huang et al.: 6-month consequences of COVID-19 in patients discharged from hospital: a cohort study. Lancet 2021 (published online January 8th).
Prof. Martin Keck warnt davor, wichtige Behandlungen aus Angst vor Covid-19 und dem Corona-Virus aufzuschieben
Viele Patientinnen und Patienten zögern derzeit, eine wichtige Behandlung anzutreten. Dies kann den gesamten Krankheitsverlauf nachteilig beeinflussen.

